Was ist Hypnose

Was ist Hypnose ?

ein Verfahren, das davon ausgeht, dass der Mensch über alle Potentiale verfügt, die er benötigt, um ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Sie kennen vielleicht die Situation einer längeren Autofahrt, in der Sie sich z.B. fragen, wo Sie die letzten Minuten waren oder Sie haben z.B. ein spannendes Buch gelesen, währenddessen Sie dem Alltag so weit entrückt sind, dass Sie weder Telefon noch Klingeln, noch den Ruf nach dem Essen vernommen haben. Hierbei spricht man von sog. Alltagstrancen.
Die sanfte Hypnose ist also ein Termin mit sich selbst,
im Schnittpunkt zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein
Die sanfte Hypnose ist ähnlich, wird jedoch bewusst herbeigeführt, so dass das innere Erleben vermehrt wahrgenommen wird. Man könnte auch sagen, es ist ein Zustand erhöhter innerer Aufmerksamkeit, der in einem gewissen Bereich einen Teil des Bewusstseins auf die Ebene des Tiefschlafes führt, den anderen Teil jedoch im Wachzustand hält und zwar durch Suggestionen und durch die Konzentration auf die Stimme des Hypnotiseurs. Dies ist also ein Vorgang, der nur mit Ihrer Zustimmung möglich ist und Ihren freien Willen vollkommen berücksichtigt.

Durch die Hypnose wird die rechte und die linke Gehirnhälfte ausbalanciert
und damit harmonisiert. Dadurch werden die Ressourcen der rechten Gehirnhälfte aktiviert, das letztlich zu dem Erfolg der sanften Hypnose führt.

Da oftmals der Weg zu den inneren Möglichkeiten versperrt ist, bietet die sanfte Hypnose eine einmalige Möglichkeit, diese Ressourcen in uns zu aktivieren, um die Herausforderungen des Alltags anzunehmen. Die moderne Hypnosetherapie bietet enorme Chancen, den Menschen zu helfen bei der Lösung von Konflikten, der Beseitigung von Störungen, sowie z.B. zur Raucherentwöhnung und auch zur Gewichtsreduzierung. Es ist grundsätzlich eine sehr sanfte und dennoch meist rasch wirkende Methode, relativ direkt mit dem Unterbewusstsein Kontakt aufzunehmen und positive Veränderungen effektiv in Gang zu bringen.
Machen Sie sich bitte folgendes bewusst:
Langfristig kann auch die sanfte Hypnose nur dann Erfolg haben, wenn Sie die Ursachen erkennen, die zum jetzigen Verhalten oder zu der jetzigen Situation (z.B. zum Rauchen, Übergewicht, Blockaden etc.) geführt haben, denn Sucht kommt von suchen.

Die Hypnose ist tatsächlich...

• primär entspannend, somit entängstigend (ent -"eng" stigend) und tief erholsam;

• ein veränderter Bewusstseinszustand mit ausgeprägter Alpha-Phase der rechten Gehirnhälfte

• ein aktiver, wacher, geistig aufmerksamer Zustand;

• im therapeutischen Sinn ein schöpferischer Zustand des Lernens

• und der Neuorientierung;

• die Hypnotisierbarkeit ist ein natürliches Phänomen, allerdings situations- und kontextabhängig;

• eine Methode, bei der Therapie mit spezifischen Techniken im Trancezustand erfolgt;

• ein Verfahren, das die Suggestibilität erhöht,

...wobei kritisches Denkvermögen und ethisches Werturteil erhalten bleiben.

Allgemeingängige Annahmen zur Hypnose – der (Aber-)Glaube des Laien:
Die Hypnose erzeugt Abhängigkeit - in Hypnose benimmt man sich auf peinliche Art und Weise - in Hypnose geht man in eine Art Koma - in Hypnose erzählt man widerstandslos alles über sich - aus dem hypnotischen Zustand kann man evtl. nicht zurückkehren - Hypnose ist das Eintrichtern einfacher positiver (und natürlich unwirksamer) Formen - Hypnose deckt Probleme zu - Hypnose ist ein schlafähnlicher Zustand

Die Hypnose wirkt...
entkrampfend sowohl in physischer als auch psychischer Sicht. Durch die in der Hypnose entstehende Tiefenentspannung erfolgt eine vegetative Umstellung bzw. Harmonisierung, wodurch eine somatische Heilung unterstützt wird.

Physisch wird mehr Freiraum gewonnen, mental werden innere Bezugsrahmen erweitert und Handlungsspielräume vergrößert. Insgesamt können wir von einer Stärkung der Persönlichkeit im positiven Sinne ausgehen, womit die Autonomie des Patienten gefördert wird. Traumata können aufgefunden und bearbeitet werden. Hypnose verändert innere Bilder.

Bis vor wenigen Jahren gingen Wissenschaftler davon aus, daß ca. 90 % unserer Entscheidungen „aus dem Bauch“ (Unterbewusstsein) getroffen werden. Einige behaupten, daß ALLE unsere Vorgänge, Lebensabläufe und Entscheidungen aus dem Unterbewusstsein kommen und erst dann willentlich beeinflusst werden. Und genau hier setzt die Hypnose an.

Es ist wohl kaum ein Zufall, daß unser Gehirn aus zwei Hälften besteht, ein getreues Abbild der ALLumfassenden Naturgesetze. Die rechte und die linke Gehirnhälfte müssen in einer harmonischen Gleichheit sein, damit das Unterbewusstsein das volle Potential entfalten kann. Im Alltag arbeiten wir fast ausschließlich mit unserer linken Gehirnhälfte (logisch, rational). Diese kann jedoch nur ca. 40 bits/sec. (binary digits) Unterscheidungseinheiten aufnehmen. Dagegen leisten die Sinneskanäle der rechten Gehirnhälfte (kreativ, emotional, Gefühle) bis zu 12 Millionen bits/sec; d.h., der mit Abstand größte Teil der Erfahrungen/Wahrnehmungen (also des Wissens) liegt in unserem Unterbewusstsein.

Die bewusst herbeigeführte sanfte Hypnose stellt nun eine Verbindung zwischen unserer logisch/ rationalen und unserer emotionalen Seite in uns her, d.h. die in uns liegenden Potentiale können dadurch überhaupt erst richtig aktiviert werden.

Die Hypnose ist die wohl effektivste Möglichkeit, unsere potentiellen Fähigkeiten und Entwicklungschancen zu aktivieren, die wir benötigen, damit wir ein zufriedenes Leben führen können. Dies erfolgt durch die Aktivierung der Ressourcen in unserem Innersten nach dem Grundsatz: Der Mensch hat in sich alles, was er benötigt, damit er ein zufriedenes und erfülltes Leben führen kann; dies muß nur aktiviert werden.

Wir haben ein Gedächtnis, welches das erlernte Wissen und alle Erfahrungen zum sofortigen und mühelosen Abruf zur Verfügung stellt, unsere linke Gehirnhälfte.

Alle Erfahrungen und Emotionen, die wir je selbst erlebt haben, sind im „Unterbewusstsein“ gespeichert und in der Hypnose jederzeit abrufbar, bzw. können dann ins Bewusstsein gelangen, sobald ein Ereignis in der Gegenwart an ein Ereignis aus der Vergangenheit “erinnert“’ Das Unterbewusstsein stellt also eine Art lückenloser Computer dar, dessen Informationen bei der entsprechenden Situation ins Bewusstsein gelangen.

In der rechten Gehirnhälfte sitzt unsere Intuition, Inspiration sowie alle jemals gemachten Erfahrungen und Wahrnehmungen während unseres Erdenlebens, bis hin zum Zeitpunkt unserer Kindheit und auch darüber hinaus.
Funktionen linke/rechte Gehirnhälfte

Wird nun in der sanften Hypnose die rechte Gehirnhälfte aktiviert, ist es möglich, die dort vorhandenen Erinnerungen des Unterbewusstsein z.B. Erinnerung an eine „rauchfreie“ oder auch „schlanke“ Zeit freizulegen und wieder zu aktivieren. Unser Gehirn funktioniert in dieser entspannten „hypnotischen Konzentration“ im „Hier und Jetzt“ am besten. Die eingeleitete Trance ist nur mit der inneren Zustimmung des Interessierten möglich und kann von ihm jederzeit beendet werden, wenn veränderte Umstände es erfordern oder er/sie es will.

Geschichte der Hypnose und Persönlichkeiten

Die Nutzung von Hypnose blickt inzwischen auf eine fast 4000 Jahre alte Tradition zurück.
Insbesondere die Nutzung von Trance hat sehr viel früher Eingang gefunden.

Die alten hinduistischen Praktiken der Fakire und Yogis können bis ins 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurückverfolgt werden.

Schon ca. 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung wird die Hypnose in Schriften aus dem antiken Ägypten im Papyrus Eber erwähnt.

In der Antike bis zum Mittelalter wurde die heilende Wirkung von Hypnose häufig einer übermenschlichen Kraft zugeschrieben.
Hypnose erschien mystisch und spirituell.

Im 17. Jahrhundert wurde der Arzt Franz Anton Mesmer dadurch bekannt das er mit seinem "Animalischen Magnetismus" vermeintlichen Magnetismus zur Heilung einsetzte. In spektakulärem Umfang ausgeweitet wurde sein Angebot Gegenstand von Untersuchungen. Eine Kommission erklärte sein Verfahren für wertlos, da die erzielten Heilungen lediglich das Resultat der menschlichen Vorstellungskraft seien.

Der Chirurg James Braid schließlich nutzte die physiologischen und psychischen Voraussetzungen des Zustandes, den er lange Zeit für künstlich hervorgerufenen Schlaf hielt, weshalb er den Namen Hypnose etablierte.
Deshalb nannte er das Phänomen auch Neurypnologie, was soviel wie "nervöser Schlaf" bedeutet und später dann Hypnose, was sich vom griechischen Gott des Schlafes, Hypnos, ableitet.
Als Ergebnis seiner Beobachtungen änderte James Braid kurz vor seinem Tode seine Meinung hierüber.
Er sah Hypnose zu diesem Zeitpunkt als "Konzentration der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Einbildungskraft".
Deshalb wollte er den Begriff Hypnose durch die Bezeichnung Monoideismus ersetzen.
Da die Bezeichnung Hypnose sich zu diesem Zeitpunkt schon weitestgehend etabliert hatte wurde sie jedoch beibehalten.

Hypnose wurde für die Durchführung von schmerzfreien Operationen eingesetzt.
Mit der Einführung von Betäubungsmitteln wie Äther, Chloroform oder Lachgas verschwand die analgetische Verwendung der Hypnose in der Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch wieder in der Versenkung.

Jean Martin Charcot (1825-1893) wurde bekannt als französischer Psychiater und Hypnotiseur.
Berühmtheit erlangte er auch, als er hysterische Anfälle unter Hypnose demonstrierte.
Er war der Meinung das der Zustand der Hypnose, den Charcot für eine auslösbare künstliche Neurose hielt, nur hysterischen Menschen gelingt.
Die Empfänglichkeit für Hypnose wurde von ihm als ein hysterisches Symptom bewertet.

Der berühmteste Schüler von Charcot war Siegmund Freud.
Freud's Studienaufenthalt bei Charcot 1885/1886 wurde für ihn zum Schlüsselerlebnis.

Nach einigen Erfahrungen mit Hypnose konzentrierte er sich dann auf die von ihm entwickelte Technik der freien Assoziation.
Freud äußerte sich meines Wissens nie wirklich negativ über die Hypnose.
Das Renommee seiner Technik sorgte jedoch dafür, dass Hypnose für lange Zeit kaum noch beim Einsatz in der Therapie verfolgt wurde.

In Deutschland entwickelte Johannes Heinrich Schultz (1884 - 1970) das Autogene Training (1932), das als eine formelhafte Methode der Selbsthypnose bezeichnet werden kann.

Ca. 1950 nahm die Bedeutung der Hypnose im klinischen Bereich der englischsprachigen Länder wieder zu.

Der amerikanische Arzt und Psychiater Milton H. Erickson (1901 - 1980) gilt für viele als Vater der modernen Hypnotherapie.
Er war maßgeblich an der offiziellen Anerkennung der Hypnose als Therapieform beteiligt.

Erickson nutzte meist permissive und indirekte Suggestionen für die kooperative Hypnotherapie.
Dabei nutze er sehr oft Metaphern die es ermöglichten, indirekt über das Thema und über Lösungswege zu reden.
Oft schaffte er, allein durch das Erzählen von Geschichten, dass seine Klienten in Trance gingen und die gewünschten Veränderungen und Heilungen erschienen dann wie Wunder.

Richard Bandler und John Grinder modellierten ihn in den 70er Jahren und machten so seine Arbeit einem noch breiteren Publikum verfügbar.

Die Rossis brachten interessante Transkripte ihrer Sitzungen mit Milton Erickson heraus.

Heute ist Erickson das Vorbild für eine Vielzahl von Hypnotherapeuten in aller Welt.

Sein Schüler Jeffrey Zeig gründete später die Milton Erickson Gesellschaft und viele andere nutzten zu Lebzeiten Milton Ericksons die Gelegenheit, von ihm zu lernen.
Darunter Brian Alman, Stephen Gilligan, ...

Viele Hypnotherapeuten lassen sich noch heute von ihm inspirieren und erlernen die Hypnotherapie in seinem Sinne bzw. im Zusammenhang des heutigen Kontextes. Die Deutung dessen, was Ericksonsche Hypnotherapie ausmacht ist dabei allerdings sehr unterschiedlich. Mitunter werden die Bestrebungen in bester Absicht heute auch übertrieben, stets unbedingt rein permissiv und indirekt zu arbeiten. So werden die Erwartungen des Klienten einseitig und teilweise unberücksichtigt gelassen. Viele von Milton H. Erickson eingesetzte Techniken und seine Dramaturgie bleiben weitgehend unberücksichtigt. Meine Klienten und die von mir ausgebildeten Hypnotherapeuten nutzen bzw. erlernen daher eine breitere Palette von Techniken und Strategien, die sich mitunter kombinieren lassen bzw. die Flexibilität im Sinne des Klienten erweitern. Beispielhaft für wirkungsvolle Techniken sind auch die Angebote von Dave Elman, der von 1900 bis 1967 lebte.

Es hat sich in der Hypnotherapie einiges getan seit ihren Anfängen.

Heute sind durch die Kombination verschiedener Therapieschulen mit verschiedenen Ansätzen der Hypnose eigenständige Hypnotherapien entstanden. Lohnenswert ist beispielsweise die systemisch-hypnotherapeutische Sicht, die sich auch in der Flexibel-kooperativen Hypnotherapie wieder findet.

Anfang 2006 entstand das Institut für die Förderung von Hypnoseanwendung Berlin, um den heutigen Möglichkeiten der Hypnotherapie Raum zu geben.























Behandlungsschwerpunkte
Katathym-Imaginative Psychotherapie