Was ist Hypnose? Geschichte

Was ist Hypnose?



Was ist Hypnose?

Eine genaue Definition der Hypnose ist immer noch schwierig, obwohl man ihre Phänomene mittlerweile gut kennt. Sie gilt als eine seriöse und sehr wirksame Methode, um Menschen zu helfen, ihre Ziele zu erreichen und Erkrankungen zu heilen. Da das Unterbewusstsein in den Genesungsprozess mit eingebunden ist, kann sehr viel schneller Heilung bzw. Symptomfreiheit erreicht werden.

Den meisten Menschen ist Hypnose nur durch Hypnose-Shows auf Bühnen oder im Fernsehen bekannt, wo Freiwillige zur Schau gestellt werden. Bei vielen erweckt dies den Eindruck, dass Hypnose Machtlosigkeit und Bewusstlosigkeit bedeutet. Auch wird Doch genau dies ist Hypnose nicht. Auch in Trance ist Ihnen zu jeder Zeit alles bewusst, wie Sie handeln und was geschieht.
Man wird sich vielleicht wundern, warum man im Trancezustand gerade auf diese Weise und nicht anders geantwortet hat oder warum einem gerade diese seltsame Idee in den Sinn gekommen ist. Die Ursache hierfür ist aber, dass das Unterbewusstsein in der Hypnose die Führung übernimmt und das sonst dominante Bewusstsein in den Hintergrund gerückt wird.
Während im normalen Bewusstseinszustand immer verschiedene Reize gleichzeitig wahrgenommen werden, ist in Hypnose oder Trance der größte oder sogar der gesamte Teil der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache gerichtet, so dass die restliche Umgebung immer weniger wahrgenommen wird. Dies kann man auch als „halbes Bewusstsein“ bezeichnen.
Die Aufmerksamkeit unter Hypnose wird von äußeren Reizen auf das innere Erleben gelenkt. Das Unterbewusstsein, welches man als den eigentlichen Motor und Motivator des Menschen bezeichnen kann, ist in diesem Zustand besser ansprechbar. Allgemein umfasst der Trancezustand eine Veränderung des Bewusstseins und des Gedächtnisses, gesteigerte Empfänglichkeit für Suggestionen (= Vorschlag, engl. suggestion) und Antworten, sowie Gedanken beim Klienten, die ihm in seinem gewöhnlichen Geisteszustand nicht vertraut sind. Im hypnotischen Zustand wechseln ständig Hemmungen und Erregungen von verschiedenen Bereichen des Gehirns, wobei die Hemmungen gegenüber dem Wachzustand überwiegen. Im Wachzustand hingegen überwiegen die Erregungen.

Neben der Macht des menschlichen Geistes nutzt Hypnosetherapie vor allem die unglaubliche Kraft der Worte. Im hypnotischen Zustand werden dem Klienten in einem tief entspannten Zustand die zielgerichteten Worte (Suggestionen engl. suggestion = Vorschlag) gegeben. Jeder Mensch kennt hypnotische Zustände. Beispielsweise jeden Abend kurz vor dem Einschlafen ist jeder in einem solchen Zustand. Daraus ergibt sich, dass Hypnose im Grunde ein alltäglicher Zustand ist und dass jeder Mensch hypnotisierbar ist. Jedoch nur in unterschiedlichen Trancetiefen und in einer individuellen Geschwindigkeit.

Ein wichtiger Bestandteil der Hypnosetherapie ist die Suche nach der Ursache eines Problems (Ursache-Wirkungs-Prinzip). Dabei werden die vielen Informationen im Unterbewusstsein für die weitere Arbeit genutzt. Man geht daher davon aus, dass ein Problem bzw. ein Symptom erst dann „überflüssig“ ist, wenn dessen Ursache gefunden wurde und das Problem bearbeitet ist. Alle anderen Techniken bzw. Therapieformen, die nicht auf eine Bearbeitung des zugrundeliegenden Konfliktes ausgerichtet sind, können sonst eine Symptomverschiebung verursachen.

Absolute Voraussetzung für eine Hypnosetherapie ist das Vertrauen zwischen Hypnotiseur und Klient, da das Bewusstsein in der Hypnose hauptsächlich auf den Hypnotiseur gerichtet ist. Der Klient muss davon überzeugt sein, dass der Hypnotiseur nur sein bestes will. Dies hat Einfluss auf die Wirksamkeit der Hypnose. Daher ist es wichtig vor Einleitung der Hypnose ein vorbereitendes Gespräch zu führen um einen Kontakt zur Person herzustellen um somit eine Atmosphäre des Verständnisses und der Sympathie zu schaffen. Diesen Kontakt nennt man „Rapport“. Umweltreize treten in den Hintergrund, so tritt das was der Hypnotiseur sagt in den Vordergrund des Bewusstseins und wird daher als besonders intensiv wahrgenommen.

Ein paar Stichpunkte die Hypnose zusammenfassen:

Hypnose:
Der Hypnotisierte ist ansprechbar

Erhöhte Aufmerksamkeit auf eine gegebene Suggestion

Der Klient hört jedes Wort und GeräuschEin Zustand erhöhter Konzentration auf eine einzige Sache

Das Bewusstsein ist eingeengt aber wach

Das Erinnerungsvermögen besteht weiter, wenn nicht ausdrücklich eine Aufhebung suggeriert wurde

Ein tiefer Entspannungs-Zustand oder ein intensiver Erregungs-Zustand

Ein täglich auftretender Zustand

Eine Veränderung des Bewusstseinszustand





Hypnose ist hingegen NICHT…Schlaf

MachtlosigkeitBewusstlosigkeit

 

Geschichte der Hypnose

Hypnose ist so alt wie die Menschheit. Bereits viertausend vor Christus zeigen erhaltene Keilschriften aus den Ländern am Euphrat und Tigris, dass die Sumerer, das älteste bekannte Kulturvolk der Erde, bereits die Hypnose kannten und sie in der selben Weise wie es auch heute praktiziert wird anwendeten.

Auch im alten Ägypten wurde Hypnose schon als therapeutisches Mittel benutzt. Auf dem dreitausend Jahre alten, sogenannten Papyrus Ebers sind Verfahren beschrieben, mit deren Hilfe Hypnose von den damaligen Heilern praktiziert wurde. Diese Methoden sind den heutigen sehr ähnlich. Damals waren die ägyptischen Priester gleichzeitig die Ärzte des Volkes. Den Kranken wurden glänzende Metallscheiben vor die Augen gehalten, um sie zu ermüden. Dadurch sollte der hypnotische Schlaf schneller herbeigeführt werden. Heute ist dies in ähnlicher Weise als Fixationsmethode bekannt. Auch das Handauflegen, verbunden mit entsprechenden Suggestionen praktizierte man damals schon. In einer alten ägyptischen Urkunde heißt es: „… lege die Hände auf ihn, um den Schmerz der Arme zu beruhigen und sage, dass der Schmerz verschwinden wird.“

In Griechenland wandte man ebenfalls Hypnose als Heilmittel an. Es gab heilige Tempel, in denen die Kranken schlafen durften, um Heilung durch die Götter zu erlangen. Die Hypnose war zu dieser Zeit als Tempelschlaf bekannt. Während des Schlafes wurden den Kranken von Priestern bestimmte Suggestionen ins Ohr geflüstert, um unter dem Eindruck der Tempelatmosphäre ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Davor mussten sie geloben, allem, was ihnen im Schlaf von den Göttern kundgetan würde, auch zu folgen. Beim Erwachen deuteten dann die Priester den Kranken ihre Träume und wiesen sie nochmal eindringlich darauf hin, dem Rat der Götter Folge zu leisten. Damals wie heute gab es Kranke, die nur schwer oder gar nicht hypnotisierbar waren. Dafür standen sogenannte medialbegabte Priester zur Verfügung, die in Trance den Kontakt zu den Göttern herstellten. In anderen Tempeln führte man Trance dadurch herbei, indem nach einem Ritual gewisse Kräuter verbrannt wurden.

Im Laufe der Jahrtausende nutzten sumerische, ägyptische und griechische Priesterärzte die Heilungswirkung der Hypnose, sowie ebenfalls bekannt ist, dass sich auch persische Magier und hinduistische Yogis der Hypnose bedienten.

In Form des Tempelschlafs wandte man Hypnose bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts an. Doch mit der Zeit übernahmen mehr und mehr christliche Mönche das Erbe der Tempelpriester. Mit Weihwasser, Gebeten, Handauflegen und Reliquien von Märtyrern vollbrachten sie Wunderheilungen. Im Neuen Testament ist zu finden: „Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden…“





Erste Praktiken von Selbsthypnose findet man im 11. Jahrhundert. Mitglieder eines Mönchordens pflegten eine Art Selbsthypnose herbeizuführen, indem sie den ihren Blick mit beiden Augen auf den eigenen Nabel richteten. Deshalb nannte man sie Omphalopsychiker oder Nabelbeschauer.

Erst 1770 wurde die Hypnose „wissenschaftlich“ gesehen von Franz Anton Mesmer neuentdeckt. Mit ihm beginnt die moderne Geschichte der Hypnose. Er experimentierte mit Magneten, die er Patienten auflegte. Den auftretenden Effekt nannte er 'Magnetismus animalis'. Die Heilkräfte schrieb er den Magneten zu. Diesen Vorgang nannte man lange Zeit auch „Mesmerisieren“.

Alfred Russel Wallace, britischer Naturforscher, meinte mit Hilfe des Mesmerisierens die Gallsche Schädelkarte nachweisen zu können. Friedrich Engels, deutscher Philosoph und kommunistischer Revolutionär, kritisierte jedoch in einem unveröffentlichten Text den Mesmerismus und Wallace Theorien. Er behauptete, selbst einen zwölfjährigen Jungen ohne Magnete in einen hypnotischen Zustand versetzt zu haben.

Im 19. Jahrhundert war Frankreich führend in der Erforschung der Hypnose. Sigmund Freud wurde 1885 bei Jean-Martin Charcot in Paris auf die Experimente von Mesmer aufmerksam und versuchte selbst diese Methode, um Patienten zu behandeln. Später verwarf er diese Methode jedoch wieder und wandte sich seiner Technik, der freien Assoziation zu. Schriften zeigen jedoch, dass Freud auch später noch mit Hypnose gearbeitet hat.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Hypnose wesentlich weiter. im deutschen Sprachgebiet zunächst durch den deutschen Hirnvorscher Oskar Vogt (1870-1959), dann durch dessen Schüler Johannes Heinrich Schultz (1884-1970), der daraus das autogene Training entwickelte und später durch Klaus Thomas, der Hauptverbreiter des autogenen Trainings, inspiriert durch Heinrich Schultz. In Amerika wurde die Hypnose durch Milton H. Erickson, der eine neue Form der Hypnosetherapie, die heute als modernste der Hypnose gilt, wesentlich weiterentwickelt. Aus dieser Methode entstanden psychologische Methoden wie z. B. das NLP (neurolinguistisches Programmieren).

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